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Dänemark war doch mal ganz sympatisch

Kopenhagen ist ja im Moment der Gipfel der Weltpolitik. Ob das letztendlich was bringt, sei für den Moment dahingestellt. Wie auch immer das ausgehen mag*, wie auch immer man dazu stehen mag, gewisse Prinzipien sind und bleiben eben das: Prinzipien, unverrückbare Prinzipien. Jetzt möchte ich die öffentlich-rechtlichen deutschen Rundfunkanstalten zitieren:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten hiermit gegen die massive Beschränkung der freien Berichterstattung auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen protestieren. Seit heute dürfen sich Journalisten im Konferenzzentrum nicht mehr frei bewegen. Drehs außerhalb des Pressezentrums sind nur noch möglich, wenn ein Delegationsmitglied das Kamerateam und den Reporter an der Sicherheitsschleuse abholt und das Team dann von einem UN-Verantwortlichen begleitet wird. Spontane Drehs sind unmöglich. Selbst die UN-Medienkoordination wurde offenbar von diesen Maßnahmen überrascht, da die Verschärfung nicht angekündigt war. Diese Maßnahmen verstoßen gegen die Presse- und Rundfunkfreiheit und behindern die Arbeit der Medien in höchstem Maße. Wir sehen das Recht der freien Berichterstattung massiv eingeschränkt. Daher fordern wir die sofortige Aufhebung dieser Einschränkung für alle Journalistinnen und Journalisten auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen.

Mit freundlichen Grüßen,

Nikolaus Brender Thomas Baumann
Chefredakteur ZDF Chefredakteur ARD

Quelle: heute.de (ZDF)

War es nicht schön, damals, als man oben in Dänemark von einer doch recht freien Presse ausgehen konnte? Erinnern Sie sich an die Muhammad-Karikaturen?

Nur die Presse einzuschränken, wäre natürlich auch langweilig. Deswegen hat man sich in København offensichtlich mal zusammengesetzt und beschlossen, harmlose, weitgehend friedliche Demonstranten zusammenzuschlagen, und sich überlegt, dass es bei hunderttausenden von Protestierenden niemandem auffällt, wenn man mal schnell 1.000 Leute in einer Seitenstraße einsperrt und foltert.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

* PS: Fail.


Religiöse Verfolgung

Es ist eine gute, alte, europäische und auch vor allem deutsche Tradition, Heiden und anderen „Falschgläubigen” das Leben zu erschweren. Römische Missionare legten wohl den Grundstein für dieses System, das bald in den Hintergrund rückte: alle waren römisch-katholische Christen. Außer natürlich die paar Juden, die über das Land verteilt waren — kein großes Problem, wobei natürlich die Tatsache, dass sie nicht nur Jesus umgebracht hatten, sondern auch komische Hüte und Bärte trogen, war sicherlich nicht besonders hilfreich, wenn es um soziale, interreligiöse Beziehungen ging.

Nein, das mit der Ketzerei artete erst ein paar Jahrhunderte später wieder aus, nämlich als ein kleiner unbedeutender Mönch etwas gegen die Kirche sagte. Voilà, 30 Jahre Krieg, ziemlich blutig, und gefolgt von einem „Religionsfrieden”, der im Grunde nichts anderes war als eine im ganzen Reich geltende Erlaubnis für die Herrschenden, im eigenen Land Kirchen, die einem nicht passten, auszulöschen.

Heute hat sich das in Deutschland natürlich weitgehend geregelt. Protestanten und Katholiken haben sich darauf verständigt, zueinander freundlich zu sein, und alles Nichtchristliche soweit wir möglich zu unterdrücken. Das wird durch Ansätze demokratischer Bestrebungen erschwert, aber das Projekt läuft doch, für europäische Verhältnisse, ganz ordentlich.

Stichwort Tanzverbot. An gewissen Tagen, wie dem kommenden Freitag, der von den Kirchen mithilfe eines ominösen luni-solaren Kalendersystems zum „Karfreitag” erhoben wurde, gilt ein allgemeines, gesetzliches, irrationales Verbot von öffentlichen Tanzveranstaltungen, Musik in Gaststätten, und wahrscheinlich noch einigen anderen Sünden.

Kirchen und andere Sekten meines außerdem, in U-Bahnen, Bussen und sonstwo im Lande Werbung platzieren zu müssen, auf der die 0190-Nummern der PR-Leute des Messias gezeigt wird. Um diesen Plakaten, die uns sagen, dass wir gerettet werden müssen, entgegenzuwirken, sind einige Leute auf die Idee gekommen, Werbung für einen sekulären Lebensstil auf Bussen zu platzieren. In London hat das wunderbar geklappt.

Der Bus der Buskampagne

In Deutschland.... nicht so. Viele deutsche Verkehrsbetriebe, die weltanschauliche und religiöse Werbung führen, haben schon das unten dargestellte Motiv abgelehnt. Die meisten ohne Begründung, die Bremer aus Angst, die Gäste des Kirchentages so mies zu stimmen, wie ich bin, wenn ich in der U-Bahn lese, dass ich mich von Jesus Christus retten lassen soll.

Es gibt keinen Gott

Es folgt das unvermeidliche Zitat aus dem Grundgesetz:

Niemand darf wegen (...) seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. (...) Art 3 Abs 3 GG

Mehr Kritik des Verhältnisses von Staat und Religion in diesem Blog im Mai 2008 erschienen als „Religiöses Gewand”.


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