Happy draw Mohammed day!
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Religiöse Verfolgung
Es ist eine gute, alte, europäische und auch vor allem deutsche Tradition, Heiden und anderen „Falschgläubigen” das Leben zu erschweren. Römische Missionare legten wohl den Grundstein für dieses System, das bald in den Hintergrund rückte: alle waren römisch-katholische Christen. Außer natürlich die paar Juden, die über das Land verteilt waren — kein großes Problem, wobei natürlich die Tatsache, dass sie nicht nur Jesus umgebracht hatten, sondern auch komische Hüte und Bärte trogen, war sicherlich nicht besonders hilfreich, wenn es um soziale, interreligiöse Beziehungen ging.
Nein, das mit der Ketzerei artete erst ein paar Jahrhunderte später wieder aus, nämlich als ein kleiner unbedeutender Mönch etwas gegen die Kirche sagte. Voilà, 30 Jahre Krieg, ziemlich blutig, und gefolgt von einem „Religionsfrieden”, der im Grunde nichts anderes war als eine im ganzen Reich geltende Erlaubnis für die Herrschenden, im eigenen Land Kirchen, die einem nicht passten, auszulöschen.
Heute hat sich das in Deutschland natürlich weitgehend geregelt. Protestanten und Katholiken haben sich darauf verständigt, zueinander freundlich zu sein, und alles Nichtchristliche soweit wir möglich zu unterdrücken. Das wird durch Ansätze demokratischer Bestrebungen erschwert, aber das Projekt läuft doch, für europäische Verhältnisse, ganz ordentlich.
Stichwort Tanzverbot. An gewissen Tagen, wie dem kommenden Freitag, der von den Kirchen mithilfe eines ominösen luni-solaren Kalendersystems zum „Karfreitag” erhoben wurde, gilt ein allgemeines, gesetzliches, irrationales Verbot von öffentlichen Tanzveranstaltungen, Musik in Gaststätten, und wahrscheinlich noch einigen anderen Sünden.
Kirchen und andere Sekten meines außerdem, in U-Bahnen, Bussen und sonstwo im Lande Werbung platzieren zu müssen, auf der die 0190-Nummern der PR-Leute des Messias gezeigt wird. Um diesen Plakaten, die uns sagen, dass wir gerettet werden müssen, entgegenzuwirken, sind einige Leute auf die Idee gekommen, Werbung für einen sekulären Lebensstil auf Bussen zu platzieren. In London hat das wunderbar geklappt.
In Deutschland.... nicht so. Viele deutsche Verkehrsbetriebe, die weltanschauliche und religiöse Werbung führen, haben schon das unten dargestellte Motiv abgelehnt. Die meisten ohne Begründung, die Bremer aus Angst, die Gäste des Kirchentages so mies zu stimmen, wie ich bin, wenn ich in der U-Bahn lese, dass ich mich von Jesus Christus retten lassen soll.

Es folgt das unvermeidliche Zitat aus dem Grundgesetz:
Niemand darf wegen (...) seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. (...) Art 3 Abs 3 GG
Mehr Kritik des Verhältnisses von Staat und Religion in diesem Blog im Mai 2008 erschienen als „Religiöses Gewand”.
Bach's St. John Passion
The video shown below contains the beginning of J. S. Bach's St. John Passion, a very baroque piece of music. I am not asking you to watch it all, there's a lot of repetition in it.
This post isn't really about music. It is about certain ideas that can be expressed through music.
To be perfectly honest, this beginning chorus scares me. Of course, the music is meant to be somewhat creepy, what with the restless, quick dancing of the strings and the dissonant woodwind melodies. The music effectively creates a certain mood, but there's much more to it than that. Let's have a look at the text(1):
Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm
In allen Landen herrlich ist! Lord, our ruler, whose glory
is magnificent everywhere!
So basically(2), we are dealing with some kind of disembodied “lord” who is evidently, judging by the way the composer stresses the word „Herr”/“lord”, rather important. In fact, he is being completely and utterly glorified. Obviously, they(3) love him a lot. However, if we just glance back at the mood the music creates, that sinister, dark, mood, we must conclude that something doesn't quite fit. This disembodied “lord” person can't be all that great and lovely. If he were, the music would certainly be cheerful.
Now, I happen to know that this music, or at least the fact that is is so sinister, is all about the death of a certain Jesus (as the name is popularly transliterated from Hebrew to Latin via ancient Greek) of Nazareth (Palestine). Depending on how you interpret this, you could conclude that either they are glorifying death, glorifying and worshipping a dead guy, or glorifying some kind of “lord” that made sure aforementioned Jesus was murdered.
Anyway, what we can see is a great amount of glorification and love of some kind of “lord” that has a profound connexion to death, and I think we can agree that death is, in general, not a very nice thing. Natural, yes, but we do, as a culture, or as a species, have a certain amount of dislike for it. All of that is perfectly okay. A bit strange, maybe, but, in essence, okay. But then they start calling this “lord” a “ruler”. To recap, they love him, they might be a little afraid of him,death connexion and all, they hold him to be fabulously glorious (just listen to that melisma...), and they might do just about anything for him, this lord-ruler.
Of course, “lord” refers to a deity also known as “God”, or, more precisely, one deity that be three deities all at once, actually worshipped all around the planet. This deity is supposed to be all-powerful (no wonder they sound a bit scared), all-loving (no wonder they love him?), and glorious (umn, yeah). Also, even when this deity is around, at least two thirds of him tend to be invisible. All of this story sounds rather unlikely, and in fact, there is (you guessed it), not so much as a scrap of scientific evidence around to support any of it.
Yet, it appears that there are still people who glorify this “lord”, would do anything for him. The fact that he almost certainly doesn't exist doesn't help a whole lot here: there are plenty of people that claim to be his representatives. Or representatives of his representative. (a well-known claimant is Joseph Ratzinger, who styles himself Benedict XIV, which sounds like something a mediæval lord might be called) The thing is, they (or at least a number of them), the people glorifying this fantastic “lord” tend to believe some of the people claiming to represent that same lord-ruler. It would appear they have quite a devoted army behind them. Dangerously devoted. Dangerously devoted to somebody who (almost certainly) doesn't exist.
Does that not scare you ?
| [1] | Text and translations may be found at http://www.bach-cantatas.com/Vocal/BWV245.htm. The above English is the translation English-3. |
| [2] | No, I'm not being scientific here. I might be attempting some form of humour. |
| [3] | I won't attempt to pinpoint who they are, but there is bound to be a relevant they. After all, this piece of music is famous and played often to this day. |
Religiöses Gewand
Gestern Freitag, den 16. Mai 2008, fing der Hauptartikel im Merkur (den man meist getrost überspringen kann), mal wieder saftig an:
München/Stuttgart — Mit scharfer Kritik haben Union und SPD auf ein Gerichtsurteil regiert, das Nonnen und Mönchen das Tragen ihrer Ordensgewänder an öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg verbietet. Demnach sind künftig nicht nur Kopftücher,sondern auch Kutten untersagt.
„Die Gleichsetzung einer Ordenstracht mir dem Kopftuch verbietet sich schon deshalb, weil das Kopftuch ein Symbol der Unterdrückung ist”, krirtisierte CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer.
Das Thema wurde summa summarum mit etwa einer Seite politischem Schlamm gewürdigt, natürlich gezielt gegen muslimische Kopftücher und für Kutten argumentiert, die jüdische Kippa findet nur in einem Nebensatz Erwähnung. Die Argumentation läuft eigentlich durchgehend auf eine Idee hinaus: Mönchsgewänder seien abendländische Kultur, Kopftücher seien hingegen zu verabscheuende politische Symbole der Unterdrückung. Kopftüchen müsse man also verbieten, Kutten aber behalten und schätzen — man könne sie in keinem Falle gleichsetzen, vor allem nicht in unserem christlichen Kulturkreis.
Denken wir zurück an die Ursprünge des nicht unumstrittenen Kopftuchverbots: Kopftücher wurden als religiöse Symbole geächtet, zeitweise wurde auch erwägt, die Regelung auf große Kruzifixe anzuwenden. So steht es auch, zumindest in Baden-Württemberg, im Gesetz: „religiöse Bekundungen” — das trifft zweifellos auch auf Kutten zu. Ich halte ein solches Verbot für unnötig, aber wenn man sie hat, sollte man damit, um der Götter Willen, keinen diskriminieren und sie konsequent anwenden.
Desweiteren sind in der Zeitung einige hochinteressante Zitate zu finden, zum Beispiel:
Mit diesem Kopftuch-Urteil schafft die rechtsprechende, dritte Gewalt nur vorgeblich mehr Gerechtigkeit. In Wahrheit planiert sie willfährig die christlich-abendländische Werteordnung und damit das Fundament unserer freiheitlichen Gesellschaft ein, um Platz zu schaffen für multiethnische Werte-Beliebigkeit. Soll uns die Scharia irgendwann ebenso als Rechtsquelle dienen wie die Aufklärung, Humanismus und Christentum ? Eine Katastrophe.
Herr Anastasiadis, glauben sie wirklich, dass eine große Dosis öffentliches Christentum unsere Gesellschaft vom Zerfall bewahrt ? Man könnte sagen, sie widersprechen sich selbst — vor der Aufklärung wurden abscheuliche Gräueltaten von der römisch-katholischen Kirche durch die Religion gerechtfertigt, und es hat sich doch irgendwann die Trennung von Kirche und Staat durchgesetzt. Unser Grundgesetz bezieht sich nicht als solches auf das Chirstentum, legt aber einen wichtigen Grundstock für unsere Werte in Gegenwart und Zukunft.
Von einem „weiteren Schritt des Hinausdrängens der Kirchen aus dem öffentlich-staatlichen Raum” spricht Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse, Mitglied im Zentralkomitee der Katholiken (ZdK)
Na na, Herr Thierse, seit wann hat Kirche im öffentlich-staatlichen Raum überhaupt etwas zu suchen ? Theoretisch hat doch der Staat mit Kirche nichts am Hut...
